Facebook “Gefällt-Mir-Button” und der Datenschutz

Viele Webseitenbetreiber binden die “Gefällt mir”-Buttons von Facebook, Google oder Twitter ein um die eigene Seite aufzuwerten und populärer zu machen.

Was viele dabei nicht wissen: Schon beim Aufruf der Seite mit einem solchen installierten Plugin, werden im Hintergrund Daten des Besuchers an die Betreiber der Netzwerkplattformen übertragen. Diese Daten enthalten neben der URL der aktuellen Seite unter anderem eine Kennung, die zumindest bei dort angemeldeten Nutzern direkt mit einer Person verknüpft ist. Facebook u.a. können so Nutzerprofile erstellen, um z.B.  dem angemeldeten Besucher personalisierte Werbung anzubieten.

Diese Vorgehensweise ist Datenschützern aus Deutschland schon lange ein Dorn im Auge. Möglicherweise drohen nun über kurz oder lang auch Konsequenzen. Zuletzt forderte das Landeszentrum für Datenschutz (ULD) alle Stellen in Schleswig-Holstein dazu auf, umgehend ihre Fanpages bei Facebook und den “Gefällt-mir”-Button auf den Homepages zu entfernen – sonst drohen bis zu 50.000 Euro Strafe. Diesem Beispiel könnten auch andere folgen, meinen Rechtsexperten und raten zu Abschaltung oder einer Alternativeinbindung, wie kürzlich auf heise.de vorgestellt.

Die 2-Klick-Funktion bei heise.de

2-Klick-Funktion bei heise.de

Dabei wird zunächst ein Bild eingebunden, welches den Facebook-Button symbolisiert. Erst mit Klick auf dieses Bild, wird der “Gefällt-mir”-Button dann nachgeladen und überträgt auch erst dann Nutzerdaten. Da dies eine aktive Handlung erfordert und damit die Zustimmung des Besuchers darstellt, kann man es als rechtlich einwandfrei bezeichnen. Dies sehen u.a. auch die Rechtsanwälte Wilde Beuger Solmecke so, die offensichtlich die gleiche Idee hatten.

Das Facebook darüber nicht erfreut ist, war zu erwarten. Die Reaktion auf das 2-Klick-Button-Prinzip auf heise.de ließ auch nicht lange auf sich warten. Sogleich beschwerte sich Facebook und verwies auf die eigenen “Platform Policies”. Denen kann man entnehmen, dass es untersagt ist, Funktionen von Facebook nachzuahmen – was heise.de angeblich damit getan hätte. Zuletzt äußerte sich aber Facebook eher zurückhaltend via Twitter:

“Um es klar zu stellen: 2-klick-Button ist nicht ideal – aber kein Problem. Nur ein Like-Button der grafisch so tut als ob er einer ist, ist nicht ok. Das ist alles.”

Sollten sich Facebook und Heise einigen, plant Heise eine Version ihres 2-Klick-Buttons für die Allgemeinheit zu veröffentlichen. WordPress-Nutzer dürfen sich freuen, es gibt dazu bereits ein Plugin.

Fazit: Mangels Alternativen sollten sich Webseiten-Betreiber mit einer solchen Lösung auseinandersetzen oder zumindest ihre Datenschutzerklärungen aktuell halten und mit einer entsprechenden Passage zur Verwendung von Social Plugins versehen.
Facebook-Nutzer sollten Ihre Einstellungen bei Facebook überprüfen und selbst entscheiden, wie viel sie von sich preisgeben wollen.

UPDATE: Heise hat nun das “socialshareprivacy”-Plugin auf der Basis von jQuery veröffentlicht: http://www.heise.de/extras/socialshareprivacy/

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